Beutelsbacher Konsens

4. Dezember 2019

Eine Tagung der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Würtemberg hat zusammen mit Politikdidaktikern im Jahre 1976 in Beutelsbach den Beutelsbacher Konsens als Grundlage für die politische Bildung festgelegt. Für den Politikunterricht wurden drei Prinzipien vereinbart:

  1. Überwältigungsverbot: Da die Schülerinnen und Schüler zu mündigen Bürgern erzogen werden sollen, dürfen Lehrerinnen und Lehrer den Schülern nicht ihre Meinung aufzwingen (Indoktrinationsverbot).
  2. Kontroversität: Schülerinnen und Schüler muss eine freie Meinungsbildung ermöglicht werden. Kontroverse Sachverhalte müssen diskutiert werden, die Meinung des Lehrenden ist unerheblich und darf nicht zur Überwältigung des Schülers eingesetzt werden. Der Lehrer darf natürlich seine eigene Meinung darstellen, beim Kontroversitätsgebot handelt es sich nicht um ein Neutralitätsgebot für die Lehrkraft.
  3. Schülerorientierung: Schülerinnen und Schüler müssen in die Lage versetzt werden, die politische Situation der Gesellschaft zu analysieren und eigene Positionen zu vertreten, um sich am politischen Prozess zu beteiligen.