Die Systemtheorie des Soziologen Niklas Luhmann

23. Dezember 2019

Niklas Luhmann hat verdeutlicht, dass soziale Systeme autopoietisch und selbstreferentiell sind. Solch ein System ist ein „umfassendes soziales System, das alle anderen sozialen Systeme in sich einschließt.“[1] Es erschafft sich selbst und organisieren sich nach einer eigenen Logik. Der Merksatz im Luhmannschen Sinne lautet: Wenn es sich nicht selbst macht, ist es kein System. Sind solche Systeme einmal etabliert, streben sie den Selbsterhalt an. Es ist sehr schwierig sie dann zu ändern bzw. abzuschaffen, weil jede Veränderung, dass ist aus der Ökonomie bekannt, Verlierer und Gewinner hervorbringt. Luhmann ist der Auffassung, dass das Gesetz der Autopoeisis  der gerechten Gestaltung der gesellschaftlichen Verhältnisse enge Grenzen setzt. Dem widerspricht beispielsweise Jürgen Habermas und wendet ein, dass die Luhmannsche Systemtheorie eine bestimmte Art sozialen Handelns bevorzuge  – nämlich das funktional-instrumentelle Handeln.

[1] Niklas Luhmann,  Die Gesellschaft der Gesellschaft, Frankfurt am Main, 1997, S. 78.