Gesetz der Massenproduktion

7. Februar 2019

Das Gesetz der Massenproduktion wurde im Jahre 1910 vom Volkswirt Karl Bücher entwickelt. Es besagt, dass bei zunehmender Produktions- bzw. Ausbringungsmenge die Kosten pro Stück (Stückkosten) sinken,  weil sich die fixen Kosten auf eine größere Stückzahl verteilen. Somit kann eine Unternehmung entweder die Preise senken, oder – bei konstant bleibenden Preisen – die Gewinne erhöhen. Dieses Gesetz gilt nicht nur in der industriellen Massenproduktion, sondern für alle Betriebe mit Fixkosten.

Ausgangspunkt sind die gesamten Stückkosten , die sich aus der Division der Gesamtkosten  durch die Produktions- bzw. Ausbringungsmenge  ergeben:

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Dabei setzen sich die gesamten Stückkosten aus fixen und variablen Stückkosten zusammen. Mit zunehmender Produktionsmenge sinken die gesamten Stückkosten wegen der Fixkosten  – bei konstant bleibenden variablen Kosten  – und bewirken eine Kostendegression:

.

Beispielsweise kann eine beliebige Fluggesellschaft untersucht werden. Diese Fluggesellschaft hat fixe Kosten, die unabhängig von der Anzahl der Flüge sind. Egal, ob eine Person oder 200 Personen mitfliegen, die Flugzeuge müssen gewartet werden, die anteilige Miete für den Flughafen muss bezahlt werden. Auch fallen variable Kosten an, die von der Auslastung der Fluggesellschaft abhängig ist, beispielsweise die Gehälter der Piloten. Mit zunehmendem Flugbetrieb müssen mehr Piloten eingestellt werden. Nun wird unterstellt, dass die fixen Kosten 25.500,00 Euro und die variablen Kosten 100,00 Euro betragen. Die nachfolgende Tabelle geht von einer unterschiedlichen Anzahl von Flügen pro Periode aus, ordnet die entsprechenden Kosten zu und verdeutlicht den Sachverhalt:

 

Anzahl der Flüge pro Periode Fixe Kosten in Euro Variable Kosten in Euro Gesamtkosten in Euro Stückkosten in Euro (=Gesamtkosten dividiert durch Anzahl der Flüge)
  1

10

100

500

1.000

25.500

25.500,00

25.500,00

25.500,00

25.500,00

25.500,00

25.500,00

100,00

1.000,00

10.000,00

50.000,00

100.000,00

2.550.000,00

25.600,00

26.500,00

35.500,00

75.500,00

125.500,00

2.575.500,00

25.600,00

2.650,00

355,00

151,00

125,00

101,00

Dieses Zahlenbeispiel lässt sich noch lange fortsetzen. Die Stückkosten nehmen mit zunehmender Anzahl der Flüge pro Periode enorm ab. Fakt ist, wenn es der Fluggesellschaft gelänge, 25.500 Flüge zu verkaufen, würden sich die fixen Kosten auf 1,00 Euro je Flug reduzieren (25.500 / 25.500). Da ein Flug 100,00 Euro variable Kosten verursacht, könnte die Fluggesellschaft mit den Stückkosten von 101,00 Euro kalkulieren. Ein kleiner Gewinnzuschlag von 9,00 Euro pro Flug und Fluggast daraufgerechnet, und schon kann unsere Fluggesellschaft einen Flug für 110,00 € anbieten, ein schönes Schnäppchen für den Konsumenten. Der Produzent verschafft sich durch die günstigen Preise Wettbewerbsvorteile. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist dieses Gesetz sowohl für den Konsumenten als auch für den Produzenten vorteilhaft. Natürlich gilt dieses Bespiel auch für den CO2– Ausstoß. Je mehr Personen fliegen, desto geringer ist die CO2– Emission pro Person.  Dies ist die betriebswirtschaftliche Logik, die volkswirtschaftliche Logik ist eine andere. Wenn der Flugverkehr in den letzten vierzig Jahren um knapp vierhundert Prozent gestiegen ist, dann hat sich der CO2– Ausstoß auch um circa vierhundert Prozent erhöht. Technische Neuerungen und Innovationen trugen möglicherweise dazu bei, dass die Steigerung nicht ganz so hoch ausfällt. Die Gesamtemission nimmt aber extrem zu und beschleunigt den Klimawandel. Deshalb ist es an dieser Stelle wichtig, Betriebswirtschaft und Volkswirtschaft streng voneinander zu trennen.