Reinvestitionen

11. November 2022

Reinvestitionen können ebenfalls einen Kapazitätserweiterungseffekt haben. Darauf hat Karl Marx schon vor 170 Jahren hingewiesen. Er ist davon ausgegangen, dass sich Kapital (Maschinen, Fuhrpark, Werkzeuge u.ä.) verschleißt. Dieser Verschleiß wird durch die Abschreibungen reflektiert und als Kosten in die Unternehmensrechnung aufgenommen. Diese Kosten werden nun bei der Kalkulation der Verkaufspreise berücksichtigt. Das bedeutet in der Konsequenz, dass diese Kosten den Unternehmen durch die Umsatzerlöse vergütet werden. Somit hat der Verbraucher diesen Verschleiß bezahlt und dem Unternehmen stehen liquide Mittel zur Verfügung, die dann für die Ersatzbeschaffung genutzt werden können. Durch die Finanzierung durch Abschreibungen kann es dann zu einem Kapazitätserweiterungseffekt kommen. Dies funktioniert aber nur, wenn sich die Beschaffungspreise nicht ändern, die Abschreibungen exakt den Wertminderungen entsprechen und es muss gewährleistet sein, dass der Rückfluss der Abschreibungen über die Umsatzerlöse auch tatsächlich erfolgen kann.

Der Kapazitätseffekt ist als Lohmann-Ruchti-Effekt in die Wirtschaftsgeschichte eingegangen. Er wurde nicht nach dem ursprünglichen Erfinder, nämlich Karl Marx, benannt, weil die Marxschen Theorien und Erkenntnisse in der Ökonomie leider negativ konnotiert werden.