Washingtoner Consensus

14. September 2019

Die Weltbank und der IWF beschlossen im Jahre 1989 den sogenannten Washingtoner Consensus. Die Chefökonomen dieser Organisationen propagierten die wirtschaftspolitischen Ziele Milton Friedmans. Damit begann der eigentliche Kreuzzug der von Friedman unterstützten Chicagoer Schule  um die ganze Welt. Der in den 1980er Jahren begonnene Prozess beschleunigte sich in den 1990er Jahren. Die Märkte wurden nun im großen Umfang weltweit privatisiert, dereguliert, entstaatlicht und liberalisiert. Die Optimierung der langfristigen Unternehmenssubstanz durch den Stakeholder-Value-Ansatz wurde aufgegeben zugunsten des Shareholder-Value-Ansatzes. Dies wirkte sich auf die Geschäftspolitik vieler Unternehmen aus. Die Bilanzierungspraxis wurde geändert, Managergehälter wurden gewinnorientiert ausgerichtet, und im Übrigen orientierte man sich an kurzfristigen Gewinnerwartungen und Quartalszahlen. Staatliche Unternehmen wurden privatisiert und die pseudowissenschaftliche Laffer-Kurve führte den Nachweis, dass Steuerzahlungen schädlich sind.