AllgemeinUmweltDas Klima, die Flüchtlinge und die Klimaflüchtlinge (3. Klimaflüchtlinge)

2. August 2018

Klimaflüchtlinge

 Seit dem der Hurrikan Katrina durch New Orleans gefegt ist, mussten viele Bewohner vor den Zerstörungen fliehen. Aufgrund dieser extremen Wetterereignisse hat sich ein neuer Begriff herausgebildet, der Klimaflüchtling. Der fortschreitende Klimawandel wird zwangsläufig immer mehr Klimaflüchtlinge hervorbringen. In erster Linie werden weltweit die Küstenanwohner und Inselbewohner betroffen sein. Dieses findet aber schon in der heutigen Zeit des Wetterwandels statt und wird durch den Klimawandel zukünftig noch verstärkt. Eine klimapolitische Gerechtigkeit muss zwingend hergestellt werden, weil die Industrieländer des Nordens in einem unvorstellbaren Maße die fossilen Schätze der Erde verbrauchen und den Klimawandel anheizen, während die Länder des Südens am stärksten von der Klimakatastrophe betroffen sind. Wenn von den großen Parteien medial verkündet wird, dass die Fluchtursachen bekämpft werden müssen, wird grundsätzlich kein Zusammenhang zum Klimawandel oder anderen ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Problemen hergestellt. Es wird eher ein Zusammenhang hinsichtlich der Bekämpfung von kriminellen Schleppern beziehungsweise Schlepperorganisationen konstruiert, was natürlich keine Fluchtursache sein kann.

Es ist ein Trugschluss zu glauben, der Klimawandel betrifft nur die Küstenregionen. Auch wenn in diesen Regionen der Klimawandel den Meeresspiegel steigen lässt, sind genauso Länder betroffen, die kein Meer in der Nähe haben und geografisch hohe Berge vorzuweisen haben, beispielsweise die Schweiz. Wie der Direktor des Bundesamtes für Umwelt in Bern im August 2017 berichtete, ist die Durchschnittstemperatur seit Beginn der Messungen im Jahr 1864 um zwei Grad Celsius gestiegen. Wenn der weltweite Durchschnitt zugrunde gelegt wird, ist das doppelt so viel. Nach den Berichten des Deutschen Wetterdienstes beträgt dieser Wert in Deutschland 1,4 Grad Celsius. Die Umweltkatastrophen, beziehungsweise die menschengemachten Katastrophen, nehmen in der Schweiz rasant zu. Bergstürze treten immer häufiger auf. Durch die Temperaturerhöhung schmelzen die Alpengletscher, der Permafrostboden wird durch die Erwärmung instabiler und somit werden die Hitze- und Trockenperioden häufiger. Die Spirale dreht sich, die Katastrophen nehmen in der Schweiz zu und möglicherweise müssen wir zukünftig die Flüchtlingsfrage aus einer ganz anderen Perspektive diskutieren.

Bedingt durch den Klimawandel werden sich folgende Konfliktszenarien ergeben:
• Um die Nutzung von Böden und den Trinkwasserzugang zu erhöhen, werden lokale und regionale Gewaltkonflikte zunehmen.
• Die Anzahl der Klimaflüchtlinge wird stark anwachsen.
• Grenzüberschreitende Ressourcenkonflikte werden hervorgerufen, weil Wälder und Naturreservate verschwinden, Flüsse und Seen schrumpfen und versiegen.
• Infektionskrankheiten und Ernährungsprobleme werden global stark zunehmen.
• Verteilungskonflikte werden Krieg und Terrorismus hervorbringen.

Der Klimawandel ist sicherlich eine zunehmende Fluchtursache. Hauptfluchtgrund ist aber nach wie vor der Krieg. Nach Angaben der UN-Flüchtlingsbehörde UNHCR sind circa 68,5 Millionen Menschen wegen kriegerischer Auseinandersetzungen weltweit auf der Flucht. Hier ist ein langfristiger strategischer Ansatz erforderlich.

Die Große Koalition aus CDU/CSU und SPD hat sich vorerst von den deutschen Klimazielen verabschiedet. Somit wird das Kyoto-Protokoll aus dem Jahre 1990 nicht eingehalten.  Seit dieser Zeit ist die CO2–Emission um 40 Prozent gestiegen, insofern ist die im Protokoll geforderte Reduzierung nicht erkennbar. Wenn über sogenannte „große Linien“ in der Politik nachgedacht werden soll, müssen die Themen Klimawandel und Flüchtlinge zusammen betrachtet werden. Gänzlich unrealistisch ist die Annahme, alles könne so weiterlaufen wie bisher. Bei den GroKo–Verhandlungen wurde von der SPD immer wieder betont, dass es ein -Weiter so!- nicht geben darf. Dass die großen politischen Linien kaum diskutiert wurden verleitet zu der Annahme, dass es ein -Weiter so!- geben wird. Politiker und Parteien beschränken ihre Zielsetzungen und Strategien auf Machterwerb und -erhalt, demzufolge sind die Ziele häufig nur auf eine Legislaturperiode ausgerichtet. Das gesamte CO2-Problem ist langfristig und nachhaltig anzugehen, es richtet sich nicht nach Legislaturperioden.