Die schöpferische Zerstörung

22. Juni 2020

Nach Joseph Schumpeter (1883–1950) findet im Kapitalismus ein Prozess der schöpferischen Zerstörung statt. Die schlechteren Produktionsverfahren werden in einer immer größer werdenden Dynamik durch bessere ersetzt. Dieser immer schneller werdende Prozess wird keineswegs durch den Markt angetrieben, sondern durch den technischen Fortschritt. Damit eine Neuordnung stattfinden kann, ist eine permanente Zerstörung alter Strukturen notwendig. Dies ist kein Systemfehler, sondern notwendige Bedingung für einen marktwirtschaftlichen Prozess, der ständige Naturausbeutung und damit eine steigende und wachsende Produktion und Konsumtion benötigt.

Ähnlich wie Marx prognostizierte Schumpeter eine Konzentration des Kapitals bei wenigen Industrieunternehmen. Im Gegensatz zu Marx konnte er der Konzentration des Kapitals aber Positives abgewinnen. Schumpeter argumentierte in etwa so: Dadurch, dass eine permanente Kapitalkonzentration stattfindet, kann ein hohes Konsumniveau erreicht werden. Die Großunternehmen wachsen immer stärker und die daraus resultierende Finanzkraft beschleunigt den technischen Fortschritt. Die Produktionsverfahren werden rationeller und damit ist die Voraussetzung für preiswerte und qualitativ gute Massenprodukte geschaffen. Nach Schumpeter steigt nun der Lebensstandard.